Wo zahlt man am meisten? Teil 2
Durchschnittlich hoch
Als durchschnittlicher Satz bei den Kindergarten-Gebühren in Deutschland ergeben sich aus der Studie für Eltern mit mittlerem Einkommen Kindergarten-Beiträge von 968 Euro für ein Kind und 1122 Euro für zwei Kinder. Als Städte mit besonders hohen Kindergarten-Gebühren fielen beispielsweise Lübeck und Cottbus auf.
In Lübeck zahlen Geringverdiener für einen Betreuungsplatz mit 1692 Euro ganze sieben Prozent ihres Jahreseinkommens für den Kindergarten. In Cottbus fallen für zwei Kinder geringverdienender Eltern 1428 Euro im Jahr für den Platz im Kindergarten an. Die Gebühren für zwei Kindergarten-Plätze sind für Eltern, die über ein hohes Einkommen verfügen, mit knapp 3888 Euro jährlich am höchsten in Minden.
Hohe Kindergarten-Gebühren = hohe Betreuungsqualität?
Schließlich ist zu den Ergebnissen der Vergleichsstudie der INSM und der Zeitschrift ‚Eltern‘ natürlich auch anzumerken, dass die Höhe von Kindergarten-Gebühren nichts über die Betreuungsqualität in den jeweiligen Einrichtungen aussagt. Auch das Angebot kostenloser Betreuungsplätze steht hier in der Diskussion, wie sinnvoll diese Variante für die Qualität der Betreuung von Kindern ist. Zudem ist es den Städten in Deutschland größtenteils, selbst wenn sie es wollten, wegen ihrer Etat-Lage gar nicht möglich, die Eltern von Kindergarten-Kindern finanziell zu entlasten.
Gelsenkirchen – Ein Negativ-Beispiel
So wurde beispielsweise der Stadt Gelsenkirchen trotz der schlechten Haushaltslage der Stadt vorgeschrieben, die Kindergarten-Gebühren zu erhöhen. Obwohl die Stadt dies nicht wollte, verlangte die Bezirksregierung eine Erhöhung der Gebühren für die Betreuung im Kindergarten. Nach der Erhöhung gehört Gelsenkirchen nun in der Vergleichsstudie ‚Kindergartenmonitor‘ zu den teuren Regionen bezüglich der Kindergarten-Gebühren.